Rocken Sie Ihre Hormone mit Musikunterricht

Latest Posts  •   30. Juli 2018

Musik kann unserer Stimmung ändern. Jeder, der schonmal sein Lieblingslied gehört hat, kann das bestätigen. Musik berührt uns und kann von einem Moment auf den anderen unsere Laune heben, uns motivieren, entspannen oder traurig machen.

Dafür sind die drei Hormone Dopamin, Cortisol und Oxytocin verantwortlich.

Musik verringert Stresshormone im Körper, lässt die Glückshormone steigen und stärkt das Immunsystem. Sie ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch gut für mehr Motivation, Leistung und Entspannung – besonders wenn man nicht nur passiv zuhört, sondern aktiv musiziert. In diesem Artikel möchte ich beschreiben, wie Musikunterricht unsere Hormone in Schwung bringt, unsere Gehirnchemie feinjustiert und damit besonders auch für Menschen mit Autismus, ADHS, Depressionen und Angststörungen so wertvoll wird.

Gucken wir uns also die drei Hormone Dopamin, Cortisol und Oxytocin einmal näher an.

Dopamin:

Wenn wir unsere Lieblingsmusik hören, wird in unserem Gehirn das Wohlfühlhormon Dopamin ausgeschüttet. Musik kann so ergreifend sein, dass man eine Gänsehaut bekommt.

Dopamin wird immer dann ausgeschüttet, wenn wir etwas genießen, zum Beispiel beim Essen, Shoppen oder wenn wir uns verlieben. Auch Drogensucht basiert auf dieser Wirkung. Es sorgt für psychischen Antrieb, Wohlbefinden, Lebensfreude, Mut, Konzentration und Vergnügen. (Mehr dazu finden Sie in meinem Artikel “Der Gänsehauteffekt)

Untersuchungen haben ergeben, dass auch die Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom ADS/ADHS unter anderem auf einen Mangel an Dopamin zurückzuführen sind, welcher zu Konzentrationsstörungen und Aufmerksamkeitsproblemen führen kann.

In meinem Artikel “Can’t Stop the Feeling! – Musiker mit ADHS” beschreibe ich den positiven Effekt, den Musikunterricht auf Menschen mit ADHS hat. An der Modern Music School beobachten wir, dass ADHSler, wenn sie etwas finden, wofür sie sich interessieren oder begeistern, 100 prozentig dabei sind. Musikunterricht scheint also in der Lage, diesen duch einen gestörten Dopaminhaushalt ausgelösten Ausfall von Belohnung und Motivation auszugleichen.

Aber aufgepasst! Eine Forschungsstudie von Valorie Salimpoor, einer Neurowissenschaftlerin an der McGill Universität in Montreal, zeigt deutlich zeigt, dass der von Dopamin ausgelöste Gänsehaut-Effekt nur freigesetzt wird, wenn wir Musik hören, die uns besonders gut gefällt. Deswegen machen wir es uns an der Modern Music School zur Aufgabe, herauszufinden, welche Art von Musik unsere Schüler mögen, und lassen sie selber wählen, was sie spielen möchten. Alles andere wirkt sich negativ auf ihr Belohnungssystem aus!

Cortisol:

Musik spielen und hören und reduziert das Stresshormon Cortisol. Wenn wir regelmäßig musizieren könnte dies sogar chronischem Stress vorbeugen.

Daniel J. Levitin, Autor und Psychologe an der McGill Universität in Montreal fand heraus, dass Musik das Immunsystem stärkt und Stress reduziert. So vermindert sie die Angst vor Operationen zum Beispiel wirksamer als verschreibungspflichtige Medikamente.

Untersuchungen am Institute for Autism Research in Buffalo New York haben ergeben, dass Menschen mit Autismus ein signifikant höheres Level an Cortisol haben.

Durch seine stressreduzierende Wirkung lernen Schüler auf dem Autismus Spektrum im Musikunterricht also nicht nur ein Instrument zu spielen, sondern können auch andere Ressourcen ausbauen, wie zum Beispiel soziale Interaktion, Selbstvertrauen und Kommunikation. Alles Ressourcen, auf die ASDler nur mit mehr Entspannung zugreifen können. Besonders entspannend und stressreduzierend wirken synchrone Tätigkeiten wie Singen oder Trommeln in der Gruppe, was der Gruppenunterricht der Modern Music School bietet. Doch auch hier heißt es aufgepasst! An vielen Musikschulen steht Übung, Performance und Meisterschaft im Mittelpunkt. An der Modern Music School ermuntern wir unsere Schüler, ihre eigenen Bedürfnisse auszuleben. Sie sollen sich ganz ohne Druck wohlfühlen und lernen können. Sonst wirkt sich Musikunterricht auch hier eher negativ und stressverstärkend aus.

Oxytocin:

Oxytocin spielt eine wichtige Rolle in der zwischenmenschlichen Bindung. Es fördert Vertrauen und wird deswegen auch das Liebeshormon genannt. Mütter schütten bei einer natürlichen Geburt große Mengen an Oxytocin aus, was sie bestens auf ihre Mutterrolle vorbereitet.

Forscher haben festgestellt, dass Gruppenaktivitäten wie eine Band oder ein Chor dazu führt, dass wir mehr Oxytocin ausschütten. Der Band- und Gruppenunterricht an der Modern Music School macht also nicht nur mehr Spaß als Einzelunterricht, sondern stärkt auch Vertrauen und Akzeptanz.

Oxytocin ist außerdem in der Lage, ein Zuviel an Cortisol auszugleichen, womit Musikunterricht gleich eine doppelt gute Wirkung auf gestresste Menschen hat.

Musikunterricht macht uns also glücklich, beruhigt uns, und führt vielleicht sogar dazu, dass wir eine tiefere Verbundenheit miteinander fühlen.

2020-04-27T11:30:37+00:00Juli 30th, 2018|

Hinterlasse einen Kommentar